In einer Zeit also, in der Kaiserswerth Reichsstadt wurde, war wenige Jahre zuvor ein kleines Dörfchen an der Düssel, Düsseldorf, erstmals urkundlich erwähnt worden - weit entfernt von kaiserlichem Prunk, pulsierendem Leben oder großem Handel.
Die heutigen Kaiserpfalz-Mauerreste stammen von dieser staufischen Pfalz ab. Im staufisch-welfischen Thronstreit hielt Kaiser Otto IV. hier hochrangige Gefangene fest. Zu deren Befreiung belagerte Graf Adolf von Berg die Pfalz mehrmals zwischen 1213 und 1215. Zur Erstürmung der Befestigung errichtete er einen Damm, so dass Kaiserswerth seine Insellage verlor. Nach der Schwächung des deutschen Kaisertums wurde Kaiserswerth dann 1273 an den Kölner Erzbischof verpfändet. 1397 kam es im Streit um Kaiserswerth zur einer Schlacht. Der siegreiche Kölner Kurfürst baute Kaiserswerth bis 1424 zur mächtigsten Festung in seinem Territorium aus. Seitdem gehörte sie mit kurzen Unterbrechungen bis 1772 zum Kurfürstentum Köln.
Wer in die Geschichte eintauchen will, kann die Ruine von Mai bis Oktober, täglich von 9 bis 18 Uhr, besichtigen. Vom idyllischen Burgweg mit seiner einzigartigen Lindenallee bietet sich ganzjährig ein herrlicher Blick auf die Pfalz.