Düsseldorfer Handball-Geschichte(n)
Schade eigentlich: In der Landeshauptstadt wird seit Jahren erst- oder zweitklassiger Handball gespielt - aber das Interesse daran könnte größer sein. Kaum vorstellbar in einer Stadt, in der die Fans in Massen zu den DEG Metro Stars und zur Fortuna pilgern: Als man zuletzt in der 1. Bundesliga auf Tore- und Punktejagd ging, war die HSG Düsseldorf mit durchschnittlich 1500 Besuchern pro Spiel der Verein mit dem geringsten Zuschauerinteresse der Liga.
Blicken wir kurz in die Vereinsgeschichte: Zunächst fusionierte der Zweitliga-Verein TB Wülfrath mit dem TB Ratingen, 1983 schloss man sich TURU Düsseldorf an und konnte schnell den Aufstieg in die 1. Bundesliga feiern. Nach Platzierungen im vorderen Tabellendrittel konnte man in der Saison 1987/88 unter dem späteren Bundestrainer Horst "Hotti" Bredemeier den Vizemeister-Titel an den Rhein holen. Ein Jahr später dann der bislang größte Erfolg in der Vereinsgeschichte: 1989 konnte man durch zwei Siege gegen ASK Vorwärts Frankfurt / Oder den IHF-Pokal, in etwa mit dem UEFA-Cup im Fußball vergleichbar, gewinnen.
Allerdings lief es plötzlich in der Liga nicht mehr rund. Platz 13 in der Saison 1989/90 bedeutete den Abstieg in die Zweitklassigkeit. Dort musste man allerdings nur ein Jahr spielen, dann ging's direkt wieder ins Oberhaus, wo man die nächsten Jahre im Mittelfeld verbrachte – ab 1992 als HSV Düsseldorf. Das Jahr 1996 leitete eine Zweitliga-Phase ein, die länger andauern sollte, als die Verantwortlichen erwartet und gehofft hatten. Erst 2004, mittlerweile durch Fusion zwischen HSV und ART Düsseldorf zur HSG fusioniert, gelang der erneute Aufstieg. Drei Saisons dauerte dieser Höhenflug an und brachte die Tabellenplätze 15, 14 und 17 ein. 2007 ging es dann allerdings mit nur 17 Punkten auf dem Konto wieder in die Zweitklassigkeit.
In der Saison 2007/2008 konnte man zwar einen zweiten Tabellenplatz erspielen, doch in der Relegation gegen TUSEM Essen hat es am Ende nicht gereicht. Erfreut registrierten die Vereinsverantwortlichen allerdings, dass vor dem entscheidenden Heimspiel die Kassenhäuschen am Burg-Wächter Castello erstmals geschlossen bleiben konnten. Bereits im Vorfeld war die Partie mit 3.205 Zuschauern restlos ausverkauft.
Ein gutes Omen für die Saison 2008/2009, in der alles passte und der Wieder-Aufstieg in die 1. Bundesliga erreicht wurde. Mit 12:56 punkten reichte es in der Saison 2009/2010 jedoch nur zu Tabellenplatz 17 - was den erneuten Abstieg in die Zweitklassigkeit zur Folge hatte.
Vereinsmaskottchen und im Logo der HSG zu sehen ist übrigens Löwe Alex, der sogar schon erfolgreich an der Maskottchen-WM von Stefan Raab teilgenommen hat.