Als Siedlungskern des Dorfes Eller gilt die heutige Straße Alt-Eller. Die benachbarte Burg Eller wird erstmals 1309 erwähnt und bis 1469 zur Wasserburg ausgebaut. Aufgrund fortschreitenden Verfalls wird sie 1826 bis auf den Turm abgetragen und als Schloss Eller neu erbaut. Mit Prinzessin Luise von Preußen hält der Hochadel in Eller Einzug. Die Tochter von Alexius Herzog von Anhalt-Bernburg litt allerdings unter einem schweren Nervenleiden. Unter der Anleitung ihres Lehrers Friedrich Heunert stellte sie ihr künstlerisches Talent unter Beweis und malte das Schloss samt Umgebung. Sieben Werke, die in Zusammenarbeit mit Heunert entstanden sein sollen, gelangten später mit einem Album ihrer Aquarelle ins Stadtmuseum. Ihr Ehemann, Friedrich Wilhelm Ludwig Prinz von Preußen, lebte weiterhin in Berlin. Den gemeinsamen Geburtstag am 30. Oktober feierte das Paar jedoch regelmäßig in Eller - und die knapp 1000 Einwohner drückten ihre Verehrung für das beliebte Prinzenpaar stets durch festlich geschmückte Straßen, Illumination und Musik aus.
In dieser Zeit beginnt auch die Industrialisierung, die das Gesicht des Ortes nachhaltig verändern wird. Seit 1872 verlaufen zwei Bahntrassen durch den Ort, der einen eigenen Bahnhof erhält. In rund 40 Jahren wächst die Einwohnerzahl um 9.000 auf 10.000 im Eingemeindungs-Jahr 1909.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist erst einmal Wiederaufbau angesagt. Eller war mehrfach von Fliegerbomben getroffen worden und stand unter Artilleriebeschuss. Neue Wohngebiete werden in den 1950er bis 1970er Jahren insbesondere in Eller-Süd und an der Deutzer Straße erschlossen, was einen erheblichen Anstieg der Bevölkerungszahl bewirkt.
Mittlerweile gibt es drei S-Bahnhöfe und zwei Linien verbinden Eller mit dem Rest der Welt - auch über die Autobahn A46 ist Eller gut angebunden.
Neuigkeiten gibt es auch von Schloss Eller. Nachdem verschiedenste Alternativen diskutiert und wieder verworfen wurden, konnte im Januar ein Erbpacht-Vertrag mit der Stadttochter IDR (Industrieterrains Reisholz GmbH) abgeschlossen werden, der über 50 Jahre läuft. Die IDR wird das Gebäude sanieren. Der Prinzensaal bleibt für Veranstaltungen der Stadt reserviert. Die anderen Räume des Hauptgebäudes soll man für Hochzeiten, Tauffeiern oder Partys mieten können. "In den Wirtschaftsgebäuden sind Appartements für Geschäftsleute geplant, die nur kurzzeitig in Düsseldorf leben und arbeiten, aber dennoch standesgemäß wohnen wollen. Im Forsthaus des Schlosses soll ein Heimatmuseum für den Stadtteil Eller entstehen. Angedacht ist ein Café im Bootshaus", ist bei Wikipedia zu lesen.
Von Philipp Öller
Eller-Tipps von Duesseldorf-Magazin.info
- Im ehemaligen Bahnhofsgebäude an der Vennhauser Allee 89 finden mittlerweile unter dem Titel "Kultur Bahnhof Eller" regelmäßig Ausstellungen statt.
- Auch wenn man in Eller nicht unbedingt damit rechnen würde: Direkt am S-Bahnhof Mitte befindet sich auf rund 10.000 Quadratmetern Fläche der Reitpark Eller. Im angegliederten Restaurant kann man mit Blick auf die Halle den Reitern zuschauen.